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1. Was ist das „Internet of Things“?

Revolution aus dem Web

„In wenigen Jahrzehnten wird es kaum noch Industrieprodukte geben, in die keine Computer hineingewoben sind wie das Nervensystem in Organismen“, prophezeite 1966 der deutsche Physiker Karl Steinbuch. Jetzt wird diese Vision Realität: Nicht mehr nur Menschen kommunizieren über das Internet miteinander, um Informationen auszutauschen oder Geschäfte abzuwickeln. 

Immer mehr Maschinen, Objekte und Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden Teil des Internet of Things. Ihre Intelligenz holen sie sich aus dem Web: Smarte Schuhsohlen überwachen beim Laufen unsere Fitness, moderne Thermostate merken sich, wann wir nach Hause kommen und sorgen für das perfekte Wohlfühlklima, und der Koffer mit GPS-Tracker weiß auf Reisen, wo er sich gerade befindet und gibt bei Bedarf per App Bescheid. Besonders eindrucksvoll ist die Entwicklung beim Auto: Heute verringern intelligente Assistenten das Unfallrisiko auf unseren Straßen, doch schon bald können sich Fahrzeuge in Bruchteilen von Sekunden per Funk vor Gefahren warnen.

Möglich wird die IoT-Revolution durch die Cloud, die im Netz unbegrenzt Rechenpower und Speicherkapazität bereitstellt. Wohin die digitale Reise geht, zeigen die folgenden Zahlen: 1990, also in der Steinzeit des Web, waren gerade mal 300.000 Computer an das Internet angeschlossen, im Jahr 2000 bereits 300 Millionen. Inzwischen greifen mehr Menschen per Mobilgerät auf das weltweite Datennetz zu als mit einem klassischen Rechner: Mehr als zwei Milliarden Smartphones funken schon im Internet of Things.

Ein selbstfahrendes Auto produziert ein Gigabyte an Daten - pro Sekunde 
2. Welches Potenzial bieten IoT-Technologien?

Business-Beschleuniger und Daten-Tool

Milliarden vernetzter Sensoren in Maschinen, Satelliten, Fahrzeugen oder Gebäuden werden das Internet of Things zur größten globalen Datenquelle machen. So produziert allein ein selbstfahrendes Auto ein Gigabyte an Daten – pro Sekunde. Diese enormen Datenmengen zu sammeln, auszuwerten und sinnvoll zu nutzen, eröffnet Unternehmen aller Größen immense Möglichkeiten. Mit dem Internet of Things werden sich ganz neue Plattformen, Netzwerke und Services entwickeln. So entstehen spannende Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle.

3. Wo liegen die vielversprechendsten Einsatzmöglichkeiten?

Alles wird smart!

Das größte Potenzial sehen Experten in der Vernetzung von Fabriken (Stichwort: Smart Factory) als Teil der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0), in Städten (Smart Cities) und Fahrzeugen (Connected Cars) sowie im Gesundheitswesen (Smart Health). IoT-Technologien können aber nicht nur die unterschiedlichsten Prozesse in Unternehmen beschleunigen und verbessern. Der Einbau von Sensoren und Funkschnittstellen macht auch immer mehr Alltagsprodukte IoT-ready – vom öffentlichen Müllbehältnis, das der Stadtreinigung meldet, wenn eine Leerung ansteht, bis zum industriellen Container, der sich auf dem Weg zum Empfänger jederzeit orten lässt.

Längst haben radargestützte Kameras, Abstandswarner und automatische Notbremssysteme das Auto erobert. Die intelligenten Helfer sorgen dafür, dass Unfälle bei niedrigeren Geschwindigkeiten vermieden werden. Die künftige Vehicle-To-Everything-Connectivity geht aber noch einen Schritt weiter: Durch den permanenten Informationsaustausch zwischen Infrastruktur und Fahrzeugen lassen sich gefährliche Situationen entschärfen, etwa bei plötzlichem Glatteis oder Gewitterregen. Zusätzlich erlaubt die Technik den Versand von Standortinformationen für den Notrufdienst E-Call, der 2018 innerhalb der EU für alle neuen Modelle Pflicht wird. Zwei Jahre später sollen dann die ersten autonom fahrenden Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein.

4. Birgt das IoT auch Risiken?

Mit Sicherheit ein Gewinn 

Sicherheitsaspekte spielen beim IoT eine wichtige Rolle. Aktuell setzen Unternehmen, die ihre Chancen im vernetzten Ökosystem wahrnehmen wollen, zunehmend auf das sogenannte Edge-Computing: Dies bedeutet die Auswertung von Sensordaten unmittelbar am Entstehungsort, beispielsweise in Fahrzeugen oder Stromnetzen. Im Anschluss werden dann nur noch ausgewählte Datensätze an das Rechenzentrum übermittelt. Zudem werden die Daten nicht in externen Rechenzentren verarbeitet, wo womöglich weniger strenge Datenschutzvorschriften herrschen. Dadurch wird die Gefahr von Angriffen, die von außen kommen, stark verringert.

Edge-Computing:  
Die Auswertung von Sensordaten unmittelbar am Entstehungsort
5. Welchen Effekt hat IoT?

Das Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten

Mit dem Internet of Things beginnt für Unternehmen das Zeitalter der grenzenlosen Möglichkeiten: Maschinen, Geräte und andere „Dinge“ können Fehler in Bauteilen erkennen, Ersatzteile anfordern und eine Warnmeldung an das CRM-System senden, bevor es zu teuren Ausfallzeiten kommt. Und als neuer Kommunikationskanal bringt das IoT die Kundenbeziehung auf ein bisher unerreichbares Qualitätsniveau.

In naher Zukunft wird das IoT sämtliche Branchen beschäftigen – von der industriellen Fertigung über die Logistik bis zum Handel. Neben Großunternehmen aus Industrie und Handel sowie dem Öffentlichen Sektor erkennen auch immer mehr Mittelständler, dass ihre Chance auf neue Erlöse in innovativen Businessmodellen liegt.